Reli-Kinder besuchen Bibeldorf

Die Reli-Kids der neuapostolischen Kirchengemeinde Holzminden erlebten den Religionsunterricht wie in der Heimat Jesu. Sie besuchten das Bibeldorf in Rietberg.

„So etwa müsst ihr euch den Winter in Israel vorstellen“, begrüßte Pfarrerin Eva Fricke am Samstag, 30. April 2016, die Kinder am Eingang des Bibeldorfes in Rietberg. Ja, es war nasskalt und nicht mehr so sonnig wie mittags, als die Kinder in Holzminden losfuhren. Die fünf Kinder und ihre Lehrerinnen hatten sich mit einen Bulli auf den Weg gemacht, um mehr aus dem Alltag der Bibel zu erfahren.

Am topografischen Modell des Landes lernten sie, dass die Menschen immer am Jordan entlang nach Jerusalem zogen. Denn den Samaritern, die in den Bergen lebten, war ja nicht zu trauen. Jesus sah das anders. Er erzählte die Geschichte, wie ein Mann auf dem Weg von Jerusalem unter die Räuber fiel... Die Menschen damals verstanden ihn sofort. Für Jesus waren alle Menschen gleich wertvoll.

Aus dem Land der Bibel kommen alle Religionen, die „Abram“ zum Stammvater haben. Wenn Muslime „Ibrahim“ sagen, liegt es daran, dass die Thora, die heilige Schrift der Juden, keine Selbstlaute kennt. So wird JHW als Name Gottes geschrieben. Arabische Christen beten zu „Allah“, wie zum Beispiel englische Gläubige „Lord“ als Anrede Gottes verwenden. Schwer vorstellbar ist es für uns heute, in einem Ein-Raum-Haus mit der ganzen Familie zu wohnen. Es bietet kaum mehr Platz, als manches der heutigen Kinderzimmer. Beeindruckend waren auch die Zelte Abrahams, in dem Lara die Kleidung der Beduinen ausprobieren durfte, und die Kinder viel über orientalische Gastfreundschaft erfuhren.

Der Abschluss der Führung war der Besuch der nachgebauten Synagoge von Kapernaum. Das Wertvollste in einer Synagoge ist die Schriftrolle. Sie wird seit Jahrtausenden immer wieder fehlerfrei abgeschrieben, damit keines der überlieferten Worte verlorengeht. Aus solchen Schriftrollen entstand später die Bibel, die Yannis, mit Kipa und Gebetsschal bekleidet, im wahren Sinne des Worte aufschlagen musste. Dicke Scharniere hielten die ersten Bücher zusammen, damit sie trocken bleiben und keine Eselsohren bekommen.

Am Ausgang des Gebetshauses zeigte Eva Fricke den Kindern, was es bedeutet, wenn der Haussegen schief hängt. Der Haussegen ist ein Segensspruch, der so an der Tür angebracht ist, dass er an die Zeltpfosten Abrams erinnert. Der Zeltpfosten gibt Halt gegen die Winde der Wüste. Solchen Halt brauchen auch so „taffe Mädchen und Jungen“, um ihren Glauben zu bekennen.

Neben Führungen bietet das Bibeldorf auch Konfirmanden-Freizeiten und die Möglichkeit für ein Freiwilliges Soziales Jahr an.

W. K.